Bücher & Lesen Home

Rezension: “Der Zopf” von Laetitia Colombani

„Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente – dieselbe Sehnsucht nach Freiheit“ – Klappentext

 Heute stelle ich euch mit ganz großer Begeisterung den Roman „Der Zopf“* von der Autorin Laetitia Colombani vor. Das Buch hat mich sehr mitgenommen, aufgewühlt und auch total fasziniert. Die Schriftstellerin erzählt uns als Lesern eine so wundervolle Geschichte über Unterdrückung, dem Kampf und der Sehnsucht nach Freiheit und der Aufopferung einer einzelnen Person für die Zukunft der Familie. Das Buch ist zusammengesetzt aus den Lebensgeschichten dreier unterschiedlicher Frauen, sowie deren Familien, auf drei ganz unterschiedlichen Kontinenten.

Smita

Zum einen lernen wir Smita kennen, die zusammen mit ihrem Ehemann und der gemeinsamen Tochter in einem kleinen Dorf in Indien lebt. Die Familie befindet sich in der Gesellschaft ganz unten und somit ist Smita ihr Leben lang, so wie auch ihre Vorfahren, dazu verdammt, den Kot der restlichen Bevölkerung mit bloßen Händen vom Boden zu sammeln. Sie setzt alles daran, ihrer Tochter einen anderen Weg für ihr Leben zu ermöglichen und gibt das gesamte Ersparte dafür aus, dass ihre Tochter zusammen mit den anderen Kindern eingeschult werden kann. Doch der erste Schultag läuft sehr viel anders, als geplant und Smita wird klar, dass der Lehrer ihre Tochter zwingen wollte, vor allen anderen Schülern den Boden zu kehren. Diese Art der Erniedrigung lassen die beiden sich keineswegs gefallen und beginnen im Morgengrauen ihre Flucht nach Chennai. Eine Stadt, von der sich Smita und ihre Tochter Lalita ein besseres und freieres Leben erhoffen.

Giulia

Auch Giulia hat einen großen Kampf vor sich. Sie lebt zusammen mit ihren Schwestern, der Mutter und dem Vater, der ein Familienunternehmen – eine Perückenfabrik – leitet, in Sizilien. Giulia lernt einen netten Inder mit Turban kennen und es entwickelt sich eine leidenschaftliche Liaison zwischen den beiden. Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und Giulias Vater wird bei einem Unfall sehr schwer verletzt und liegt im Krankenhaus. Zufällig findet sie in einer verschlossenen Schublade im Büro des Familienoberhaupts mehrere Unterlagen, die schwarz auf weiß beweisen, dass das Unternehmen auf den finanziellen Ruin und somit auch auf die Insolvenz zusteuert. Nun liegt es an ihr ganz allein, das Familienunternehmen und auch ihre Familie zu retten.

Sarah

Die dritte Frau im Bunde, Sarah, ist eine sehr erfolgreiche Anwältin und lebt mit ihren beiden Kindern allein erziehend in Montreal. Sie ist auf dem besten Weg nach ganz oben uns soll sogar Partnerin einer der besten Kanzleien werden. Vom Erfolg geleitet ignoriert sie immer wieder das bemerkbare Ziehen in ihrer Brust, bis sie eines Tages glücklicherweise doch zum Arzt geht und dann die erschreckende und bis auf die Knochen lähmende Diagnose erhält. Nun heißt es auch für Sarah wieder zu kämpfen. Kämpfen, um zu leben.

Fazit:

Ein herzzereißendes, erschütterndes, atemberaubendes und doch wieder herzerwärmendes Buch. Ich finde es genial, wie die Geschichten der drei Frauen im Laufe des Buches immer mehr ineinander zu verlaufen scheinen. Der Zopf als Motiv zieht sich durch die Leben der drei Frauen, die so verschieden und doch so gleich sind. Alle drei Geschichten flichten sich zu einem außerordentlichen Zopf – die drei Stränge, die drei Frauen, die drei unterschiedlichen Leben.

  “Der Zopf” von Laetitia Colombani – S. Fischer Verlag – 282 Seiten – ISBN: 978 3 10 397351 8*

 

Homepage: www.buchzimmer.de

Schaut gerne mal auf dem Blog von meinem Freund vorbei 🙂 Dort ist dieser Beitrag auch ursprünglich erschienen.

 

*Affiliate-Links

(Werbung, da Markennennung)

 

 

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.